Erwin Slavetinsky

 

Im Alter von 20 Jahren verschlug es mich – zufällig, nicht geplant – zur „Salzburger Jugendbühne“. Daraus sollten fast 50 Jahre enge Verbundenheit mit dem Theater werden. Unterschiedlich intensiv habe ich mich diesem meinem Hobby in all den Jahren gewidmet – ich habe ja meine Frau und zwei Kinder und ich hatte auch einen Beruf, den eines Sparkassenangestellten.

 

Mein Debüt bei der „Salzburger Jugendbühne“ gab ich 1964 in der Rolle des Flavius, „der klügsten Einer“, in Valentin Katajews Stück „Eine Schnur geht durchs Zimmer“ und in „Österreichs höchstgelegenem Kellertheater“ in der Salzburger Residenz.

 

Weitere Mitwirkungen ergaben sich in den Amateurtheaterensembles „Salzburger Studiobühne“, „Salzburger Volkstheater“, „Elisabethbühne“, „Neue Bühne“, „Karawane Salzburg“, „Theatergruppe Arspro“, „Verein Burgspiele“, „Trilenz-Theater“, „Salzburger (Hinterwinkler) Kulturbühne“, „Die Kleingmainer“ und „Alles Theater“.

 

Darüber hinaus Mitwirkung in Sprechrollen in der Salzburger Passion im Kleinen Festspielhaus, in der Großgmainer Passion, bei der „B‘sonderen Zeit“ im Salzburger Mozarteum“ und beim „Salzburger Adventsingen“ im Großen Festspielhaus.

 

Prägende Eindrücke auf mich als jungen Mann hat die zweimalige Teilnahme an den Internationalen Laienspielwochen auf dem Scheersberg (Schleswig Holstein) in den Sechzigerjahren hinterlassen.

 

Neben winzig kleinen, oft behelfsmäßig errichteten Bühnen habe ich auch große Bühnen und markante Aufführungsorte kennengelernt: das Kleine Salzburger Festspielhaus („Salzburger Passion“), das Große Salzburger Festspielhaus („Salzburger Adventsingen“), den Großen Saal des Mozarteums („A b’sondere Zeit“), den Burghof der Festung Hohensalzburg („Der Bramberger Faust“, „Jedermann“, „Die Kinder des Teufels“), das Stadttheater Hallein („Colours of Life“), das Modezentrum Bergheim („Abraham“), die Pawlatschenbühne auf dem Rupertikirtag, das Lehar-Theater und das Kongress- und Theaterhaus in Bad Ischl, das Theater Meggenhofen, Schlosshöfe in Deutschland mit dem „Jedermann“ (u.a. Brunnenhof der Münchner Residenz, Mannheimer Stadtschloss, Schloss St. Emmeram in Regensburg …).

 

Ich erinnere mich an viele Menschen, unter deren Regie ich spielen durfte (sie waren teils aus beruflichen Gründen Theaterleute, teils aber machten sie es außerberuflich, sind aber trotzdem als Theaterprofis anzusehen): Gerhard Zemann, Ferdinand Eberherr, Géza Rech, Günther Verdin, Heribert Stranger, Agilo und Christa Dangl, Ekkehard Dittrich, Werner Thuswaldner, Eleonore Leiter, Georges Ourth, Gerhard Tötschinger, Gerhard Dorfer, Brigitte Trnka, Dietmar Strasser, Charly Rabanser, Kurt Lenzbauer, Florian Fleischhacker und Georg Clementi.

 

Zwei Mal hatte ich die Ehre, dem Ensemble anzugehören, das im Wettbewerb um den Ferdinand-Eberherr-Preis den 1. Platz erringen konnte: 2004 Trilenz-Theater mit dem Stück „Die Kinder des Teufels“ von Felix Mitterer, Rolle des Schreibers, Regie Kurt Lenzbauer; und 2009 „Die Kleingmainer“ mit dem Stück „Hier bin ich, hier bleib ich“ von Raymond Vincy und Jean Valmy, Rolle des Kardinals, Regie Georg Clementi.

 

Ich durfte ganz unterschiedliche Rollen spielen, unter anderen vom Studenten über einen Seeräuber, den Hausknecht Muffl, mindestens fünf verschiedene Ärzte und einen Weisen, einen Chefredakteur, einen Schreiber, einen Bauern und den Armen Nachbarn bis zu Mephisto, dem Teufel, dem Mammon, einem kommunistischen Funktionär, einem Kriminalinspektor, dem biblischen Abraham und schließlich einem Kardinal.

 

Was ich sonst noch gemacht habe? Conférencen (z.B. bei den Mitternachtseinlagen auf den Salzburger Finanzbällen im Kongresshaus), diverse Lesungen und Mitwirkung an kleineren Filmprojekten (u.a. „Hast du den Zauberer Jackl gekannt?“).

 

Unsere Saison 2019

ist beendet.

 

Auf Wiedersehen im November 2020!